Feridun Zaimoglu: Evangelio

Natürlich ist es kein Zufall, dass jetzt im Jubiläumsjahr der Reformation auch Martin Luther selbst auf die bunte Spielwiese literarischer Interessen tritt. Kalkül oder keins, Marktkonformität hin oder her, die Freiheit der Kunst gebietet’s schlichtweg. Und ja, im ersten Moment, wenn man Feridun Zaimoglus sogenannten Luther-Roman Evangelio zur Hand nimmt, den reizvoll gestalteten Umschlag bewundert…

Jens Eisel: Bevor es hell wird

Lakonische Ausdrucksformen, die Beschränkung aufs Wesentliche und im Mittelpunkt ein mundfauler Held. Diese und andere Attribute der Verknappung stellen Jens Eisel und seinen Debütroman Bevor es hell wird in eine unverkennbar angloamerikanische Tradition des Erzählens. Ähnlich des großen Heroen Hemingway spielen auch bei Eisel die männlichen Stereotype eine besondere Rolle, auch wenn ihre Angriffsflächen und…

Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo

Matuschek ist ein moderner Taugenichts. Kein intellektueller Müßiggänger, sondern einer, in dessen Horizont die Taubenzucht, das Angeln und Biertrinken ganz obenan stehen. Der Gradmesser seiner Persönlichkeit erschöpft sich in klar strukturierten und immer wiederkehrenden Mustern. Jemand, der sein Glück im Kleinen sucht: „Die Tage unterscheiden sich nicht. Sie wechseln einander nur ab.“ Dementsprechend gestalten sich…