Martin Walser: Statt etwas oder Der letzte Rank

Schreiben, überhaupt Kunst zu treiben, gilt schon seit Ewigkeiten als Versuchung. Mit dem Stift in der Hand bewältigen wir die Bürde der Endlichkeit, treiben diesen Prozess in vermessene Höhen und wagen den Ausgriff aufs Unbeschränkte. Die Ausgestaltung der eigenen Unzulänglichkeit entspricht also einem Verlangen, den Bewusstseinszustand der Enge zu überwinden. Der Baum des Lebens bedient…

Fatma Aydemir: Ellbogen

Über Fatma Aydemirs Debütroman Ellbogen rumorte es schon lange im Vorfeld der Veröffentlichung. Nicht wenige, nicht unerhebliche Stimmen hatten bereits eine literarische Sensation verkündet und verabsolutierte Leseempfehlungen ausgesprochen. Doch das kollektive Einvernehmen der Kritik sollte den geneigten Leser erst einmal in Habachtstellung versetzen. Grund genug also, sich an das hochgelobte Buch mit der genau entgegengesetzten…

Heike-Melba Fendel: Zehn Tage im Februar

Welche Versprechen gehen von einem Roman aus, der in sogenannten Leitmedien wie FAZ und Deutschlandfunk bereits wohlwollend aufgenommen wurde? In erster Linie sollten das die Wahrung des inhaltlichen Anspruchs und die Einhaltung einer gewissen literarischen Form sein. Beides wird in Heike-Melba Fendels Berlinale-Roman Zehn Tage im Februar nicht nur aufs Allerbitterste enttäuscht, sondern ist an…