Andreas Baum: Wir waren die neue Zeit

Die Berliner Mietskaserne aus der Gründerzeit ist ein eigener Mikrokosmos. Das Ensemble aus Vorderhaus, Innenhof, Seitenflügel, Quergebäude, Remise, Kohlekeller und stillem Örtchen auf halber Treppe beruht auf einem Charme, der je nach Renovierungsgrad etwas mehr als nur Edelrost versprühen kann. Eine fast schon vergessene Renaissance erfuhr diese unkonventionelle Wohnweise als politische Lebensform noch einmal zur…

Fabian Hischmann: Das Umgehen der Orte

Als vor rund drei Jahren Fabian Hischmann mit seinem Debütroman Am Ende schmeißen wir mit Gold den literarischen Jahrmarkt der Eitelkeiten betrat, regneten nicht nur Lobeshymnen vom Himmel auf den jungen Autor herab. Der schwerste Vorwurf traf allerdings nicht ihn allein, sondern prangerte vielmehr das Ganze an: Und zwar den vermeintlich unisono anklingenden „Sound“ einer…

Navid Kermani: Sozusagen Paris

Nicht schon wieder eine Liebesgeschichte könnte man meinen. Doch wenn Navid Kermani in seinem neuen Roman Sozusagen Paris das Keimen, Blühen und Verwelken des wohl menschlichsten aller Gefühle verhandelt, wirkt das erstaunlich weniger verkitscht als es der Titel vermuten ließe. Denn das scheinbar Irrationale wird mit rationalen Mitteln, d. h. mit nichts weniger als nüchternen Worten…