Marlene Streeruwitz: Yseut.

Yseut. – so heißt der neue Roman der Österreicherin Marlene Streeruwitz; und zwar mit einem zunächst unauffälligen Punkt am Ende seines Titels. Eine durchaus zierliche Interpunktion, die, bedenkt man jedoch ihre exponierte und dadurch ungewöhnliche Position, bereits zu Beginn den Austritt aus einer formelhaften Gefangenheit markiert. Sich gegen Konventionen stellen, aufbegehren und Festgeschriebenes hinterfragen, das…

Christoph Ransmayr: Cox oder Der Lauf der Zeit

Der schon lange mit äußerst veritabler Schreibroutine auftretende Christoph Ransmayr widmet sich zeit seines Schaffens einem besonderen Literaturgenre. Als Autor von historischen Romanen erzählt er jedoch nie nur über einen geschichtlich interessanten Gegenstand, sondern Ransmayr definiert sein Sujet stets aus der Gegenwart heraus. Der historisch unterwanderte Eingriff seziert demnach nicht ausschließlich Gewesenes, sondern öffnet die…

Roman Graf: Mädchen für Morris

Literatur ist selbstexplikativ. Sie führt ihren Gegenstand bereits in der Gestaltung mit sich. Wenn sie mit realen Mitteln gleichsam imaginäre Geschichten erschaffen kann, dann bezieht sie sich immer wieder auf sich selbst zurück. Literatur ist also das nie endende Wechselspiel zwischen Faktizität und Fiktion, das im Besonderen auf biographische Schilderungen zutrifft. Sie sind Dichtung und…